Wie berechnet man sein Training‑Max (TM)?
Kurz erklärt: So berechnest du ein sicheres Training‑Max aus 1RM oder Reps, wie du es rundest, wie oft du es anpasst und wann du konservativ bleiben solltest.

Photo by RepBro.
Kurzantwort (direkt):
Berechne dein Training‑Max (TM) aus einem getesteten oder geschätzten 1‑RM und multipliziere mit einem konservativen Faktor (üblich: 90 %). Alternativ schätzt du 1‑RM mit Epley/Brzycki aus einem ≤10‑RM Satz und rundest auf verfügbare Platten. Passe TM zyklisch um kleine Prozentsätze an.
Wie genau berechne ich mein Training‑Max (TM)?
- Bestimme deinen 1‑RM (wenn möglich) durch ein gut geplanter Maximalversuch unter sicherer Aufsicht.
- Falls kein direkter Test möglich ist: führe einen harten Satz mit maximal 5–10 Wiederholungen und nutze eine Schätzformel (siehe unten).
- Multipliziere den 1‑RM oder die Schätzung mit 0,90 (90 %) für ein übliches TM. Manche Programme verwenden 85–95 %, aber 90 % ist eine pragmatische Standardwahl.
Konkretes Beispiel:
- Getestetes 1‑RM Kniebeuge = 200 kg → TM = 200 × 0,90 = 180 kg.
- Geschätztes 1‑RM aus 5 RM bei 120 kg mit Epley: 120 × (1 + 0,0333×5) ≈ 140 kg → TM ≈ 126 kg.
Welche Formeln zur 1‑RM‑Schätzung kann ich verwenden?
- Epley: 1RM ≈ Gewicht × (1 + 0,0333 × Reps)
- Brzycki: 1RM ≈ Gewicht / (1,0278 − 0,0278 × Reps)
Anmerkungen: beide Formeln sind gebräuchlich und liefern ähnliche Ergebnisse bei ≤10 Reps. Bei mehr Wiederholungen werden Schätzungen zunehmend ungenau. Verwende Schätzungen nur, wenn ein echter 1‑RM‑Test nicht praktikabel oder sicher ist.
Wie rundet man auf Platten und Langhantel‑Inkremente?
Runde dein TM auf die kleinste praktikable Scheibe, die du im Gym hast. In Europa sind 1,25‑kg‑Platten üblich, daher macht Runden auf 1,25‑kg‑Schritte Sinn. Beispiel: TM = 126 kg → runde auf 125 oder 126,25 kg je nach verfügbaren Scheiben; praktisch ist 125 kg.
Welches Prozent für TM ist passend? 90 % ist Standard — wann abweichen?
- 90 % ist ein weit verbreiteter Ausgangswert für Programme, die mit festen Prozenten arbeiten; bietet ausreichend konservativen Puffer.
- Nutze 85–88 % wenn du häufiger technische Probleme oder Erschöpfung spürst.
- Nutze 92–95 % nur, wenn dein 1‑RM sehr frisch, gut getestet und du selten Amraps machst.
Entscheide konservativer bei neuen Bewegungen, nach Verletzungen oder bei hoher Alltagsbelastung.
Wie oft soll ich mein TM anpassen und um wie viel?
Praktische Regeln aus der Trainingsliteratur und etablierten Programmen:
- Passe das TM am Ende eines Zyklus an (typisch 3–6 Wochen oder nach einer geplanten Deload‑Phase).
- Übliche Anpassungen: +2,5 % für Oberkörperheben, +5 % für Unterkörperheben pro erfolgreichem Zyklus. Bei Misserfolg oder stagnierender Leistung: keine Erhöhung oder sogar Reduktion.
Diese Zahlen sind pragmatische Richtwerte, keine universellen Gesetze. Der wichtigste Indikator ist deine tatsächliche Leistungsentwicklung und Erholung.
Was ist die bessere Methode: direktes 1‑RM testen oder schätzen?
| Methode | Wie berechnet | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Direktes 1‑RM | Maximalversuch mit Spottern | Genauigkeit, klare Basis | Erschöpfend, riskanter, erfordert Spotter/ |
| Geschätztes 1‑RM | Formel aus einem ≤10‑RM Satz | Sicherer, praktisch | Ungenauer, variiert mit Formel und Tagesform |
Für die meisten Athleten ist eine kombinierte Strategie sinnvoll: schätze, wenn nötig teste gezielt selten und baue konservative Sicherheitsmarge in dein TM ein.
Wann sollte ich konservativ bleiben?
- Nach längerer Trainingspause, Krankheit oder Verletzung.
- Bei schlechter Schlaf‑/Ernährungslage oder hohem Stress.
- Wenn Technik noch nicht stabil ist.
Konservativ bedeutet: TM um 5–10 % niedriger ansetzen als die Schätzung, kleinere Progressionen wählen, häufiger Technikarbeit einbauen.
Sicherheitshinweis
Stoppe sofort bei scharfen Schmerzen; leichte, normale Muskel‑ und Gelenkbeschwerden sind nicht dasselbe wie akute Schmerzen. Konsultiere bei Verletzungen oder andauernden Schmerzen eine qualifizierte Fachkraft (Arzt, Physiotherapeut). Keine App oder Formel ersetzt persönliche Betreuung und technische Korrektur.
Kurzanleitung: Schritt‑für‑Schritt
- Bestimme 1‑RM direkt oder führe ein hartes 3–10‑RM‑Set.
- Schätze 1‑RM (Epley/Brzycki) falls nötig.
- Multipliziere mit 0,90 → TM.
- Runde auf verfügbare Platten.
- Trainiere nach deinem Plan; passe TM zyklisch (+2,5–5 % bzw. konservativer) basierend auf Leistung.
Hinweis zur Praxis: Tracking‑Apps können Rechenschritte und Fortschritt dokumentieren; Tools wie RepBro helfen, TM und Anpassungen nachzuhalten, ersetzen aber nicht die Übungsausführung oder fachliche Rückmeldung.
Limitations (Einschränkungen)
- Eine App oder AI kann deine Technik nicht sehen und deshalb keine verlässliche Formkorrektur bieten.
- Trainingsempfehlungen und TM‑Werte sind nur so gut wie deine Erfassung (korrekte Wiederholungszahl, saubere Technik, ehrliche RPE‑Angaben).
- Bei bestehenden Verletzungen oder Rehabilitation muss ein qualifizierter Therapeut oder Arzt die Belastbarkeit beurteilen; keine Formel ersetzt diese Einschätzung.
- Letztlich funktioniert jeder Plan nur bei konsequenter Umsetzung: Konsistenz schlägt die Wahl der App.
Wenn du unsicher bist, beginne konservativ, dokumentiere Ergebnisse und justiere langsam. Das reduziert Risiko und liefert verlässliche Fortschritte.
Frequently asked questions
- Was ist ein Training‑Max und wie berechne ich ihn kurz?
- Ein Training‑Max (TM) ist eine konservative Arbeitslast, meist 90 % deines 1RM. Berechne 1RM direkt oder schätze ihn aus einer mehrmaligen Maximalbelastung (Epley/Brzycki) und multipliziere mit 0,90. Runde auf verfügbare Platten.
- Kann ich mein TM aus einem 5‑Reps Satz schätzen?
- Ja. Nutze eine Formel wie Epley: 1RM ≈ Gewicht × (1 + 0,0333 × Reps). Beispiel: 120 kg × (1 + 0,0333×5) ≈ 140 kg, TM (90 %) ≈ 126 kg. Formeln sind ungenauer bei >10 Reps.
- Wie oft sollte ich mein Training‑Max anpassen?
- Gängige Praxis: nach jedem erfolgreichen Trainingszyklus anpassen. Häufige Richtwerte: +2,5 % für Oberkörperübungen und +5 % für Unterkörper pro Zyklus; reduziere Steigerung bei vermehrten Fehlschlägen.

